Zwei-Tagestour MTB – Passo Costainas – Uinaschlucht

Immer fahrbar: der Weg zum Passo Costainas

Der Mountainbike-Tourenklassiker Passo Costainas – Uinaschlucht lässt sich perfekt auf zwei Tage aufteilen. So reduzieren sich knapp 90 Kilometer, 3.200 Höhenmeter und 9 Stunden Fahrzeit auf ein angenehmes Maß. Und eine Übernachtung im Vinschgau lohnt sich schon alleine aus kulinarischer Sicht 🙂

"Zwei Länder in zwei Tagen: Die Tour Passo Costainas - Uinaschlucht ist ein Miniatur-Bike-Abenteuer vom Feinsten!"

Vom Engadin in den Vinschgau und retour

Die Zwei-Tagestour mit dem Mountainbike beginnt im Engadin in Scuol, führt über den Passo Costainas und das Val Müstair in den Vinschgau nach Glurns. Zurück geht es dann über Schlinig und die Uinaschlucht.

Daten zur Tour

Die Daten zur Tour und die gpx-Tracks stammen aus eigenen Aufzeichnungen. Bei der Abfahrt durchs Val Müstair kann man noch einige Trails mehr mitnehmen, auf dir wir aus Zeitgründen verzichtet haben. Wir haben in Schluderns übernachtet.

Übernachtungstipp: Burggasthof “Zum Weissen Rössl” in Schluderns

Scuol – S-Charl – Passo Costainas – Santa Maria/Val Müstair – Taufers – Glurns

53 km
1.450 hm
Singletrails: S1

GPX-TRACK ETAPPE 1

Glurns – Schlinig – Sesvennahütte – Schlinigpass – Uinaschlucht – Sur En – Scuol

35 km
1.740 hm
Singletrails: S1

GPX-TRACK ETAPPE 2

Zwei-Tagestour Mountainbike : Passo Costainas - Uinaschlucht

Tag 1: Von Scuol über den Passo Costainas ins Vinschgau

Wir starten unsere Zwei-Tagestour in Scuol im Engadin. Am besten parkt man in der Nähe des Inns. Zunächst geht es steil auf der Fahrstraße in Richtung S-charl hinauf. Später schlängelt sich die Fahrstraße in angenehmer Steigung durch das lange Val S-charl. Am Ende der Straße liegt das Dorf S-charl. S-charl ist eine ehemalige Bergarbeitersiedlung, die heute vom Tourismus lebt. Im Sommer fährt das Postauto in das 1.800 Meter hoch gelegene Dorf, im Winter Pferdeschlitten.  

Das Dorf S-charl
Das Dorf S-charl
Engadiner Haus in S-charl
Engadiner Haus in S-charl

Nun folgen wir dem Wirtschaftsweg, immer am Fluss Clemgia entlang. Wir sind beeindruckt, wie lange sich das Tal zieht! Riesige Weideflächen säumen die Hänge. Schließlich erreichen wir die Alp Tamangur. Nun verengt sich der Weg zu einem Pfad, der jedoch durchgehend auch bergauf fahrbar bleibt. Das ändert sich auch nicht, bis wir den Passo Costainas auf 2.251 Meter erreichen. Der Costainapass ist damit einer wenig komplett mit dem Mountainbike fahrbaren Alpenübergänge, der nicht für den motorisierten Verkehr freigegeben ist.

 

Am Passo Costainas beginnt die Abfahrt ins Münstertal. Kurz nach Lü kann man die Teerstraße wieder verlassen und in einen Trail einbiegen, der unschwer bis hinab nach Fuldera führt. Nun heißt es talauswärts kurbeln. Es lassen sich immer wieder einfache Trails mitnehmen, je nach Lust und Zeit.

Im Val Müstair
Im Val Müstair
Es lassen sich immer wieder einfach Trails einbauen
Es lassen sich immer wieder einfach Trails mitnehmen

Nach Santa Maria passieren wir die italienisch-schweizerische Staatsgrenze, fahren durch Taufers und kommen schließlich in Glurns bzw. Schluderns – unserem heutigen Tagesziel – an.  

Blick ins Dorf Schluderns
Blick ins Dorf Schluderns

Tag 2: Vom Vinschgau durch die Uinaschlucht zurück ins Engadin

Nach einem kräftigen Vinschger Frühstück starten wir am nächsten Tag frisch ausgeruht in Richtung Schlinig. Ausgeruht sein ist von Vorteil, denn der Anstieg von Schleis nach Schlinig auf der Südseite des Valle Slingia ist ziemlich knackig. Hat man erst mal das Dorf Schlinig auf 1.700 Meter Seehöhe erreicht, geht es nur kurz gemächlich dahin. Schon bald bäumt sich der steile Karrenweg zur Sesvennahütte für uns auf. Am Anfang bis kurz nach der Schliniger Alm noch fahrbar, wird dieser irgendwann so steil und grob, dass es jeden Biker vom Sattel holt. Circa 250 Höhenmeter bis zur Sesvennahütte sind zu schieben. 

Nur zu Beginn gemächlich: Der Weg zur Sesvennahütte
Nur zu Beginn gemächlich: Der Weg zur Sesvennahütte

Nach einer Stärkung in der Hütte, die wir an diesem Tag bei Regen und Wind auch brauchten, folgen wir dem Pfad in Richtung Schlinigpass. Der Weg ist größtenteils fahrbar. Nach nur 50 Höhenmetern erreichen wir den Pass auf 2.309 Metern. Nun folgen wir dem Wanderweg, der auch fast durchgehend fahrbar ist, vorbei an der Alp Sursaas, passieren die Schweizer Grenze und stehen vor dem Eingang zur Uinaschlucht.

Vom Schlinigpass in Richtung Uinaschlucht
Abfahrt vom Schlinigpass
Die Uinaschlucht rückt näher
Die Uinaschlucht rückt näher

Das Val d’Uina ist ein kleines Nebental des Unterengadins. Im hintersten Bereich des Tals haben die Bäche eine tiefe Schlucht in das Gestein gegraben. Ursprünglich war die Schlucht unpassierbar. Auf Bestreben der Sektion Pforzheim des Deutschen Alpenvereins und des Kantons Graubünden wurde von 1908 bis 1910 ein Steig mit zwei Tunneln und einer Galerie in den Fels gesprengt. Heute ist die Uinaschlucht eine beliebte Route bei Wanderern und Mountainbikern. Für Mountainbiker gehört sie zu den bedeutendsten Alpencross-Übergängen.

Uinaschlucht Warntafel
Die berühmte Warntafel zu Beginn der Uinaschlucht
Der obere Teil der Schlucht
Der obere Teil der Schlucht
Spektakulärer Felsenweg
Spektakulärer Felsenweg

Der Felsenweg durch die Schlucht ist bergab theoretisch fahrbar. Die Absturzgefahr ist jedoch sehr hoch, daher wird von einer Befahrung des Wegs abgeraten. Oder auf schweizerisch: “Das Velo bitte stoßen!” 🙂

Nach dem Ende der Schlucht warten noch einige fahrbare Trail-Abschnitte, bevor wir durch das lange Val d’Uina hinaus nach Sur En und retour zum Ausgangspunkt in Scuol rollen.

Fahrbarer Trail nach der Uinaschlucht
Fahrbarer Trail nach der Uinaschlucht

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