Skitour Brochkogel Überschreitung: Geheimtipp im Pitztal

Ski am Vernagtferner

Es muss nicht immer die Königin der Ötztaler Alpen sein. Auch der Prinz ist einen Ausflug wert :). Wenn an einem schönen Frühjahrstag die Massen auf die Wildspitze, mit 3.768 m der höchste Gipfel (Nord-)Tirols, strömen, bieten sich in der unmittelbaren Umgebung wunderbare, zumeist alpinistisch lohnenswertere Alternativen.

"Wenn im Frühjahr die Massen auf die Wildspitze pilgern, ist man am Brochkogel meist alleine."

Skitour Brochkogel: Lohnenswerte Alternative zur Wildspitze

Solch eine Alternative ist die Skitour auf den Hinteren Brochkogel, der mit 3.628 m immerhin der sechsthöchste Gipfel Österreichs ist. Während der Normalweg über den Südostgrat führt, ist die alpinistisch etwas spannendere Variante die Route über den Nordgrat zum Gipfel. Die anschließende Abfahrt über die im oberen Teil sehr steile Südflanke ist nur bei sicheren Verhältnissen empfehlenswert.

Wir starten am Pitztaler Gletscher und nehmen die Mittelbergbahn. Von der Bergstation fahren wir ab zum Mittelbergjoch und weiter ins flache Becken des Taschachgletschers, wo wir gemeinsam mit zahlreichen Wildspitz-Aspiranten anfellen.

Wir folgen dem Normalweg zur Wildspitze vorbei an den beeindruckenden Eisabrüchen der Nordwestflanke. Auf knapp über 3.300 m Seehöhe zweigen wir nach Süden ab und steuern direkt auf den Nordgrat des Brochkogels zu.

Nordgrat Brochkogel
Den Nordgrat im Blick

Während am Taschachferner auf dem Weg zur Wildspitze Hochbetrieb herrscht, montieren wir die Ski an unsere Rucksäcke und machen uns an den Aufstieg über den Nordgrat.

Hochbetrieb am Taschachferner
Hochbetrieb am Taschachferner

Durch felsiges Blockgelände geht es ohne große klettertechnische Schwierigkeiten (UIAA I – II) hinauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind im ausgesetzten Gelände jedoch Pflicht.

Nordgrat Brochkogel
Am Nordgrat Brochkogel

Fantastische Ausblicke bietet der Gipfel des Brochkogels. Von den vergletscherten Gipfeln der Ötztaler Alpen über die Dolomiten bis zu Ortler, Biancograt und Zugspitze reicht der 360-Grad-Rundumblick.

Die folgende Abfahrt über die Südflanke ist durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Sehr felsiges, vom Wind abgeblasenes Gelände machen ein Abfahren des oberen Teils der über 40 Grad steilen Flanke undenkbar. Vorsichtig heißt es abzurutschen, bis sich der Hang unten abflacht und eine genussvolle Abfahrt über den Kleinen Vernagtferner ermöglicht.

Steile Südflanke
Steile Südflanke
Abfahrt über den Kleinen Vernagtferner
Abfahrt über den Kleinen Vernagtferner

Über wunderbar kupiertes Skigelände fahren wir ab auf den Großen Vernagtferner. Hier ist wieder anfellen angesagt und wir steuern auf das Taschachjoch zu, über welches wir zurück ins Pitztal gelangen.

Zurück Richtung Pitztal über das Taschachjoch

Über feinen Firn gleiten wir in Richtung Taschachhaus (im Winter geschlossen), welches wir rechts liegen lassen und das Bachbett des Sexegertenbachs queren.

Ein paar letzte Firnschwünge über die Gletschermoräne bringen uns in den Talboden des Taschachtals, durch das wir wieder zurück zum Gletscherbahnparkplatz nach Mittelberg gelangen.

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