Pitztal: Unterwegs am Offenbacher Höhenweg

Es ist immer wieder beeindruckend, welch hochalpine und einsame Bergwelt das hintere Pitztal zu bieten hat. Eine selten begangene Bergtour führt vom Rifflsee über den Offenbacher Höhenweg zum beliebten Taschachhaus.

"Auf der einsamen Wanderung über den Offenbacher Höhenweg quert man einen spaltenarmen Gletscher und besteigt mit dem Wurmtaler Kopf einen 3000er."

Tourenbeschreibung Offenbacher Höhenweg

Los geht’s am Rifflsee oberhalb von Mandarfen. Entweder man nutzt den Aufstieg von Mandarfen zum Rifflsee zum „Aufwärmen“ oder man schwebt bequem mit der Rifflseebahn die 600 Höhenmeter zum See hinauf. Wobei „Aufwärmen“ fast untertrieben ist: egal ob durchs Hirschtal oder über die Taschachalm – auf dem steilen Anstieg zum Rifflsee gerät man in jedem Fall gehörig ins Schwitzen!

Dann geht es zunächst ohne große Höhenunterschiede auf dem Uferweg ins Wurmtal. Der Weg ins Wurmtal verläuft stetig leicht bergauf mit kurzen steileren Anstiegen. Immer wieder werden Blicke auf schnee- und eisbedeckte Gletscher und tosende Wasserfälle frei.

Im Wurmtal
Im Wurmtal

Man gelangt über mehrere Geländestufen, die durch die großen Gletscher zur Eiszeit geschaffen wurden, immer weiter ins Wurmtal hinein.

Wegweiser Offenbacher Höhenweg
Wegweiser

Am Ende des Wurmtals eröffnet sich der Blick auf unser nächstes Etappenziel. Es geht über den Riffelferner auf den Gipfel des Wurmtaler Kopfs (3.225 Meter).

Blick auf den kümmerlichen Riffelferner
Blick auf den kümmerlichen Riffelferner

Wie man sieht, macht der Gletscherrückgang auch vor dem mittlerweile arg dezimierten Riffelferner nicht halt. Dennoch solltet ihr den Übergang nicht unterschätzen! Gerade im Spätsommer, wenn der Gletscher richtig blank und der Schnee geschmolzen ist, kann es sehr rutschig werden. Steigeisen sind also auf jeden Fall Pflicht! Wir waren froh darum.

Steigeisen oder Grödel unbedingt mitnehmen
Steigeisen oder Grödel unbedingt mitnehmen

Nach dem man die Gletscherquerung geschafft hat, muss man sich links halten und Richtung Grat gehen. Der weitere Weg folgt nun über loses Blockgelände dem Grat und bietet immer wieder fantastische Aus- und Tiefblicke. Wirklich ausgesetzt ist der Weg jedoch nie, wobei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig sind.

Am Ferner
Am Ferner

Die Aussicht am Gipfel des Wurmtaler Kopfs ist gewaltig. Der 360 Grad Rundumblick bleibt immer wieder an der Eispyramide der Wildspitze hängen, die auch im Sommer strahlend weiß glänzt. Die zahlreichen Dreitausender der Ötztaler Alpen bieten eine beeindruckende und wunderschöne Szenerie.

Blick auf die Wildspitze
Blick auf die Wildspitze
Tiroler Sportlernahrung 🙂
Tiroler Sportlernahrung 🙂

Nach der Gipfelmarend (=Gipfeljause) wartet der Abstieg zum Taschachhaus. Über Moränen, Geröllfelder und vorbei an Wasserlacken geht es unschwierig bergab.

Abstieg zum Taschachhaus
Abstieg zum Taschachhaus

Endlich gerät das Taschachhaus in Sichtweite.

Taschachhaus
Taschachhaus

Das Taschachhaus auf 2.434 Meter Höhe gehört der Sektion München-Oberland und dient als alpines Ausbildungszentrum. Zahlreiche Kurse für Bergsteiger aller Könnerstufen findet dort regelmäßig statt und nutzen den nahegelegenen Taschachferner als Übungsgelände.

Auch der Taschachferner hat den letzten Jahrzenten stetig an Größe verloren.
Auch der Taschachferner hat den letzten Jahrzehnten stetig an Größe verloren.

Der nun folgende Abstieg vom Taschachhaus und der lange „Hatscher“ durch das Taschachtal zurück nach Mandarfen wird unterwegs von informativen Tafeln über die Entwicklung der Gletscher aufgelockert.

Gemeinsam mit den Kühen gelangt man zur Taschachalm, wo die verdiente Stärkung wartet. Die Tour endet schließlich entweder in Mandarfen oder am Parkplatz der Gletscherbahn in Mittelberg, je nach dem, wo man gestartet ist.

Fazit: Die Tour über den Offenbacher Höhenweg zum Taschachhaus ist weit, anspruchsvoll und erfordert neben einer guten Ausdauer auch Erfahrung im alpinen Gelände. Dafür wird man mit Einsamkeit, grandiosen Ausblicken und wunderbarer Natur belohnt.

Quick-Facts

Ausgangspunkt: Mandarfen/Rifflseebahn oder Mittelberg/Gletscherbahn Parkplatz

Seilbahn: Die Rifflseebahn erleichtert den Aufstieg zum Rifflsee. Jedoch sollte man beachten, dass die Bahn erst ab 08.30 Uhr fährt. Dies könnte als Startzeit zu spät sein. >>> Preise & Öffnungszeiten der Rifflseebahn

Anforderungen: Die Tour ist als schwer (schwarz) zu klassifizieren. Trittsicherheit ist beim Überqueren des Gletschers und dem anschließenden Aufstieg zum Gipfel gefragt. Auf dem Gletscher ist alpines Wissen notwendig, es können Gletscherspalten unter dem Schnee versteckt sein.

Ausrüstung: Neben der üblichen Ausrüstung (>>> siehe Tipps des Alpenvereins), sind Steigeisen zu empfehlen. Wenn der Gletscher blank ist, ist ein Fortkommen ohne Steigeisen schwierig und gefährlich.

Gehzeiten: 9 Stunden für die gesamte Tour

  • Mandarfen >> Rifflsee: 1,5 Stunden (+600 Hm)
  • Rifflsee >>> Taschachhaus über Wurmtaler Kopf: 6 Stunden (+1.000 Hm, -800 Hm)
  • Taschachhaus >>> Mandarfen: 1,5 Stunden (-790 Hm)
  • Höchster Punkt: Wurmtaler Kopf, 3.228 Meter

Hütten: TaschachhausTaschachalmRifflseehütte

Auf der Webseite des Taschachhauses gibt es auch Informationen zum Offenbacher Höhenweg. Infos über den aktuellen Zustand der Wege gibt das Büro der Bergführervereinigung Mandarfen und die Alpine Auskunft des Alpenvereins.

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